Juli.in.Paris











{Juli 24, 2007}   Geregelt

Auch wenn das Workcamp zu einem grossen Teil nicht so gelaufen ist, wie ich es mir gewuenscht haette, so habe ich doch viele hilfsbereite Dorfbewohner kennen gelernt ohne die alles vielleicht noch anstrengender geworden waere. Und weil ich mich so gut mit denen versatnden habe, ist der Ort meiner in weiter ferne liegenden oder gar niemals stattfindenden Hochzeit immerhin schon geregelt. Ich darf im „château“ heiraten bzw dort feiern. Is immerhin schonmal was geplant und ich plane ja gerne.



{Juli 23, 2007}   Ach ist das schön…

Gestern Morgen in den Raum gekommen wo wir immer essen, der ganze Fussboden voll mit zerquetschten Pflaumen und Orangen. Draussen ein aufgeweichter Kuchen aus unserer Küche und an der Wand Ketchup. Mittelschwere Moralpredigt gehalten..(meine rhetorischen Fähigkeiten verbessern sich von Tag zu Tag) und mit grossen Unschuldsaugen angesehen worden. Ach ist das schön ein Workcamp zu leiten.

Zwei Tische weiter von mir entfernt sitzen Ruslana und Hugo, sie kommt aus der Ukraine und ist 22, er 15,wohnt hier im Dorf und hat zusammen mit uns gearbeitet, ist hoffnungslos verliebt in Ruslana und mächtig am baggern. Währenddessen hat Ruslana ne kleine Affäre mit Goran am laufen was Hugo aber nicht weiss.

Gestern Mittag waren wir zum Grillen bei Christiane eingeladen, heute Mittag gibt es Wildschweinbraten von Cathy und Francois, heute Abend gehen wir zu Marie-Annick und Gerard zum essen, morgen früh bringt Jean Luc Croissants und Marmelade vorbei und dann Mittagessen bei Pascal und Veronique. Beste Connections zur Dorfbevölkerung!

Ach ist das schön ein Workcamp zu leiten.

Heute und gestern sind schon die ersten gefahren was schon relativ tränenreich war und morgen verabschiedet sich dann der Rest.



{Juni 12, 2007}   Souris city

Wir haben in der WG dieses kleine Mäuse Problem. Ich denke gegen die Unmengen von Gift, die wir schon verteilt haben sind sie mittlerweile immun bzw sie sind so schlau, dass sie nach dem ersten Todesfall in ihrer Sippe schon beschlossen haben die pinken Körner nicht zu essen.

Jedenfalls hab ich letztens gekocht, war ganz froh mal alleine zu sein und meine Ruhe zu haben. Hab während der ganzen Zeit in der Küche schon die Mäuse über mir rumtippeln hören. Die Küchendecke besteht nur aus einer höchstens 1,5cm dicken Platte, darüber befindet sich ein 30cm Zwischenraum. Da wohnt scheinbar ein Teil der Mäusefamilie. Außerdem gibt es in der Decke ein quadratisches Loch in das nur ein Stück Karton gelegt wurde, der das Loch noch nichtmal ganz abdeckt. Hab also in der Küche gestanden, dass Loch angesarrt und gewartet wann die Maus endlich ihren Kopf durch das Loch steckt und mich zurückstarrt. Hat sie nicht gemacht. Bin dann irgendwann kurz in mein Zimmer gegangen und von da hör ich ein dumpfes Geräusch, zurück in der Küche eine kleine Maus auf dem Fußboden. Geil! Hat sich wohl etwas zu kühn vor gewagt und ist aus dem Loch gefallen.

Jetzt erwartet man ja wenigstens, dass sie sich schnell aus dem Staub macht und in der nächsten Niesche verschwindet. Kann ich von meiner Maus nicht behaupten, ich habe wirklich alles versucht, um mich aus der Affäre zu ziehen, so in die Richtung Ich wollte gerade mit dem Kochlöffel auf sie los da war sie schon wieder weg. Sie ist ganz relaxed in der Küche rumspaziert, hat mal in das andere Zimmer geguckt und mich ratlos sitzen lassen. Dieses Verhalten hat mich sehr aufgeregt, mehr als ihre bloße Anwesenheit. Naja, vielleicht hatte sie ja auch einfach ne Gehirnerschütterung vom Sturz und war deswegen nicht ganz auf der Höhe, das könnte ich noch akzeptieren. Irgendwann war sie dann verschwunden und ich habe mich entschlossen, den Vorfall erstmal für mich zu behalten.

Am nächsten Morgen bin ich dann später ins Büro gegangen als die anderen und hab ein bisschen unser Zimmer aufgeräumt und was habe ich gefunden…ne tote Maus. Als Dank dafür, dass ich sie nicht getötet habe, hat sie sich dann schön zum Sterben neben mein Bett begeben. Gut, dass du mich nicht getötet hast jetzt bin ichs ja eh. Ich vermute, dass sie nichts zu essen gefunden hat und dann doch mal ein pinkes Körnchen probiert hat.



{Mai 31, 2007}   Nachtrag vom 26.05.07

Da bin ich wieder.

 Ich hatte ein paar schöne Tage in Franche Comté. Und wiede reinmal sind mir ein paar Dinge aufgefallen die ja gar nicht gehen. Angefangen beim Frühstück: was für mich die Müslischale ist, ist für die Franzosen der/die/das Bol..dachte ich jedenfalls. Denn auch für die Franzosen ist es eine Müslischale. Man muss sich also jeden Morgen überlegen zuerst Tee/Kaffee oder Müsli. Lieber zurückgebliebene Teeblätter im Müsli oder Milch mit aufgeweichtem Müsli im Tee. Wer seine „Tasse“ zwischendurch abwäscht oder sich eine zweite holt ist ein Weichei. Die Steigerung kommt dann beim Mittagessen in Form von Gläsern. Erst wird Wasser draus getrunken (das unglaublich nach Chlor schmeckt..da kommt man in ganz Frankreich nicht drumrum) danach kommt da der Nachtisch rein und letztendlich noch Kaffee. Wenn es also Obstsalat zum Nachtisch gibt dann gehts gerade noch..die Sache sieht jedoch anders aus wenns Pudding gibt oder Früchtequark..das gibt ein leckeres Kaffeegemisch.
Ich habe nette Leute kennen gelernt, die Franzosen beim Petanque (oder auch Boule) weggeputzt, weiß jetzt wie man Steine mit Hammer und Meißel bearbeitet und sie mit viel Geduld zu einer Mauer zusammenfügt, habe Zement gemischt, französische „wie haben uns alle lieb“ Lieder gesungen, Königsberger Klopse gemacht, für 70 Personen eingekauft und ich war im Fernsehn.



Val und ich sind heute morgen so durch Paris spaziert. Und ich kam mir so touristisch vor.

Ich: Ach Mann Val, jetzt denken alle, dass wir Touristen sind.

Val: Guck einfach grimmiger und geh schneller.

Und zack, schon waren wir keine „Touristen“ mehr, sondern echte Pariser! So einfach ist das.

Und neulich an der Ampel:

Val: Pass auf Juli, da kommt ein Auto!

Ich: Häh wieso, wir haben doch grün!!

Val: (verständnisloser Blick)

Da habe ich gelernt: Grün ist nicht gleich grün.

So und jetzt kann ich ncht mehr länger Luft anhalten..Ich sitze nämlich in einem seehr kleinen Internetcafé mit 6 transpirierenden Männern. Lecker.



{Mai 11, 2007}   endlich…

Ich bin fertig fuer heute mit dem Praktikum, alle bloeden Workcampbeschreibungen uebersetzt. Was fuer ein Mist. Naechste Woche bin ich dann auch schon auf der Formation.

Was gibts Neues. In der WG laeuft alles gut. Val war fuenf Tage wandern und ist heile wieder angekommen. Ich habe beruehmte franzoesische Persoenlichkeiten fotografiert..der Eintrag dazu ist schon fertig geschrieben allerdings auf meinen Laptop, den fuege ich dann noch ein demnaechst.

Ich kann mich gerade nicht konzentrieren, mehr beim naechsten Mal. Sorry



{Mai 4, 2007}   Nouvelles

So ganz schnell..bin gerade beim Praktikum, gestern war mein erster Tag. Alles laeuft gut. Ich uebersetze gerade von franzoesisch auf englisch. Mein Kopf raucht…die armen Workcampteilnehmer die mein tolles englisch verstehen muessen. Irgendwann werde ich aufhoeren zu sprechen, weil in meinem Kopf ein risieges Chaos aus deutschen, franzoesischen und englischen Woertern herrscht.

„Hallo Juli, wie gehts?“

„?“

„Alles klar bei dir?“

„?“

Wie wars denn in Paris, hast du gut franzoesisch gelernt?“

„?“

usw…

An die WG muss ich mich noch gewoehnen geht aber auch schon irgendwie. Hab ansonsten kein Internet und kann immer nur vom Buero aus schreiben. Wenn ich naechste Woche in der Uni bin dann gibts mal wieder einen ausfuehrlicheren Bericht.

Ja und ich hab jetzt vielleicht auch sogar mal ne ordentliche Adresse, die auch funktioniert. Wer mir also mal schreiben will, der schickt mir ne Mail und dann schick ich die :)

Bis bald



{März 8, 2007}   Erster Tag

Ich bin bei Martine…is alles ein bisschen komisch hier und ich muss mich noch dran gewoehnen. Kann von hier aus nicht so oft ins Internet und telefonieren ist auch gerade schlecht. Aber mir gehts gut und Val ist hier… Meld mich sobald ich kann.



et cetera